Sexuelle Lustlosigkeit – Die Online-Sexualberatung
Die weibliche sexuelle Lustlosigkeit ist ein großes Thema
Peter und Andrea sind ein Lehrerehepaar Mitte dreißig,
seit sieben Jahren verheiratet, zwei Kinder, sechs und
drei Jahre alt.
Für ihre Umgebung sind sie das ideale Paar: Beide gut
aussehend und sympathisch, intelligent und mit hoher
Übereinstimmung, was Lebensauffassung und Freizeitgestaltung
anbelangt. Ein Ehepaar wie aus dem Bilderbuch.
Was niemand ahnt, ist die Tatsache, dass Andrea nach der
Geburt ihres zweiten Kindes Opfer einer sexuellen
Lustlosigkeit wurde, für die keiner eine Erklärung
liefern konnte.
Die sexuelle Lustlosigkeit seiner Frau ist für Peter eine
grässliche Situation, weil er sie liebt und sehr
begehrt – sie liebt ihn ebenso, hat aber keine Lust
mehr auf Sex mit ihm.
Andrea hat mit ihrer Lustlosigkeit weniger Probleme: Da
sie diesbezüglich keine Bedürfnisse hat und außerdem mit
ihrem Beruf, den zwei Kindern, Peter und ihrem großen
Haus ausgelastet und zufrieden ist – ist sie ganz glücklich
mit ihrem Leben.
Allerdings quält sie manchmal der Gedanke, Peter könnte
sie wegen ihrer sexuellen Lustlosigkeit einmal verlassen.
Was haben sie schon alles versucht, um dieser verdammten
Lustlosigkeit beizukommen:
Besuche beim Frauenarzt und Pille weglassen waren ebenso
erfolglos, wie eine Eheberatung. Die Beratung wurde
abgebrochen, weil die Psychologin zwanghaft versuchte,
unerkannte Konflikte des Ehepaares als Auslöser für
Andreas Lustlosigkeit an die Oberfläche zu zerren. Es gab
keine Konflikte und Schwierigkeiten – außer ihrer
Lustlosigkeit.
Peter bemühte sich auf seine Art, Andreas Lustlosigkeit
zum Verschwinden zu bringen: Er entlastete und unterstützte
sie noch mehr als sonst – im Haushalt und bei den Kindern.
Es wurden romantische Wochenenden verbracht, um abseits
vom Alltagstrott ihrer Beziehung neuen Schwung zu
geben – im Grunde alles vergebens; Andreas sexueller
Lustlosigkeit war einfach nicht beizukommen.
Hatten sie doch einmal Sex, schien es ihr durchaus zu
gefallen – am nächsten Tag stellte sich aber regelmäßig
einer der gefürchteten Migräneanfälle ein, von denen sie
sonst eigentlich seltener heimgesucht wurde.
Bei Andrea hat sich eine seelische Trennung von Lust und
Liebe ergeben – ihre Lust ist gegangen, aber ihre Liebe
ist geblieben.
Die sexuelle weibliche Lustlosigkeit stammt aus der Urzeit
Wissenschaftler untersuchten an Hand von weltweiten
Datenerhebungen, das Scheidungsmuster bei uns Menschen
und machten überraschende Entdeckungen, die die sexuelle
Lustlosigkeit bei Frauen in Langzeitbeziehungen in einem
anderen Licht erscheinen lassen.
Die häufigsten Ehescheidungen treten vier Jahre nach
der Eheschließung auf; das verflixte siebte Jahr ist
in Wirklichkeit das vierte. Diese Ergebnisse sind so
signifikant, dass jeder Zufall auszuschließen ist.
Es existiert, anders kann es gar nicht sein, in uns
Menschen ein psychobiologischer Mechanismus, der die
Liebe zeitlich begrenzt und natürlich mit einer
sexuellen Lustlosigkeit in der Endphase einhergeht.
Wer sich für die tieferen evolutionspsychologischen
Ursachen der sexuellen Lustlosigkeit
interessiert,
den verweise ich auf meine pdf. Datei, die sich etwas
ausführlicher mit dieser Thematik beschäftigt.
Der Mann-Frau-Konflikt aus evolutionär-psychologischer
Sicht.
Ein Teufelskreis verstärkt die Lustlosigkeit
Das eheliche Machtverhältnis ist ausgeglichen,
wenn beide sich in etwa gleich stark brauchen
und lieben. Man könnte von einer gegenseitigen
emotionalen Abhängigkeit sprechen, die
symmetrisch ist.
Jede neue Situation, die gewichtig ist – ob
emotionaler Natur oder äußerer Umstand – kann
die Machtbalance einer Zweierbeziehung stören
und die emotionale Einstellung der Partner
zueinander verändern. Ungleichgewichte, wenn
sie sich einmal eingestellt haben, arrangieren
sich in einem Kreisprozess durch gegenseitiges
Aufschaukeln.
Diese zirkulären neurotischen Mechanismen spielen
auch bei der sexuellen Lustlosigkeit eine
entscheidende Rolle, und verhindern, dass ein
Paar wieder unbefangen miteinander umgehen
kann – was eine wichtige Voraussetzung wäre,
die Lustlosigkeit zu überwinden.
Seine Lust verstärkt ihre Lustlosigkeit
Wie oben erwähnt, scheint es einen evolutionär-psychologischen Mechanismus zu geben, der nach einer gewissen Beziehungsdauer die erotische Attraktivität eines Ehemannes vermindert, besonders dann, wenn bereits Kinder aus der Beziehung hervorgegangen sind.
Die sexuelle Lust bzw. die Lustlosigkeit ist aber als
Spontanphänomen dem Willen einer Frau nicht
zugänglich.
Dies ist genauso unmöglich, wie wenn man z.B.
versuchen würde absichtlich tiefer zu schlafen
oder sich willentlich in eine bestimmte Person
zu verlieben.
Da für uns der freie Wille aber so
bedeutungsvoll
ist, kommt es immer wieder vor, dass wir in die
Falle der so genannten Sei-spontan-Paradoxie
tappen. Der Ausspruch: Jeder ist für seine Lust selber
zuständig,
den man in Bezug auf Lustlosigkeit öfters hört, ist
schlichtweg falsch, weil keiner für etwas die
Verantwortung übernehmen kann, auf das er keinen
Einfluss hat.
Sexuelle Lustlosigkeit beschert einer Ehefrau
aber ein großes Stück Unabhängigkeit und Autonomie
und verschiebt das Machtverhältnis ihrer Partnerschaft
zu ungunsten des Ehemannes.
Da er weiterhin sexuelles Interesse an seiner
Frau hat, wird Sexualität für ihn zu einem
kostbaren Gut – das sie verwaltet. Er ist
plötzlich der Bedürftige und Abhängige – und dadurch
der Unterlegene.
Eine sexuelle Lustlosigkeit gibt der Frau so ungewollt und unbewusst eine große Macht über ihn.
Das Paradoxe und Tragische an dieser Sache ist der Umstand, dass, wenn eine Frau in ihrer Beziehung ein großes emotionales Übergewicht erlangt hat – gleichgültig auf welcher Ebene – immer ihre sexuelle Motivation abnimmt.
So beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz: Weil sie aus evolutionären Gründen weniger Lust auf ihren Mann hat, verschiebt sich die Machtbalance ihrer Beziehung. Weil sich die Machtbalance in ihrer Beziehung verschoben hat, hat sie weniger Lust auf ihren Mann.
Da sie ihre Lustlosigkeit nicht abstellen kann, fühlt sie sich durch seine Versuche, Sex von ihr zu bekommen, an die Wand gedrückt – was sie zu recht tief verärgert. Da sein starker Sexualtrieb ihr sehr zusetzt, baut sie Mauern und Blockaden auf, die ihre Lustlosigkeit noch weiter anwachsen lassen.
Partnerschaften, die ansonsten noch ein gutes und
gesundes Miteinander haben, wie im obigen Beispiel,
gehen erwachsen mit dem Problem ihrer sexuellen
Lustlosigkeit um.
Sie setzen sich dann zusammen und versuchen
gemeinsam einen Weg zu finden, mit der verflixten
Lustlosigkeit fertig zu werden.
Sextermine gegen Lustlosigkeit
Ein manchmal gangbarer Weg, aus dem Teufelskreis der
sexuellen Lustlosigkeit auszubrechen, sind
Terminvereinbarungen sexuell aktiv zu werden – um
den Druck aus dem System zu nehmen.
Diese Verabredungen zum Sex haben den großen
Vorteil, dass das männliche Belauern ein Ende
nimmt – das bei manchen Frauen in der Endphase
so einer Entwicklung die Hauptursache ihrer
Lustlosigkeit ist.
Der Nachteil ist und das ist ein sehr, sehr
großer: sie muss sexuell aktiv werden – obwohl
sie keine Lust dazu hat.
Die Gangbarkeit dieses eleganten Weges ist
entscheidend davon abhängig, in wie weit sich
in ihrem Unterbewusstsein der biologische Schalter
für Sex schon in Richtung Aus verschoben hat.
Steht er auf Aus – ist ihre sexuelle Lustlosigkeit
irreversibel und das Arrangement zur verabredeten
Liebe wird ihre Lustlosigkeit in eine Sexualaversion
umschlagen lassen – jedoch nur auf ihren Mann bezogen.
Hat das Paar Glück und der Appetit kommt beim Essen,
kann es sich mit diesem Trick langsam aus der
Umklammerung des neurotischen Systems herausarbeiten.
Natürlich sind jene psychobiologischen Kräfte, die
den erotischen Motor stottern ließen und die
Lustlosigkeit in Gang setzten, mit diesen Tricks
nicht aus der Welt zu schaffen – der selbst
verstärkende Mechanismus aber kann so ausgeschaltet
werden.
Das Problem der Lustlosigkeit besteht latent
weiter und jedes Ehepaar wird in einer
Langzeitbeziehung mit diesen unbewussten
Motivationen konfrontiert werden – die darauf
abzielen, aus einem Liebespaar ein kameradschaftliches
Paar zu machen.
Die Lustlosigkeit führt zum Boom der Swingerclubs
Zunehmend immer mehr Paare versuchen der Lustlosigkeit
in ihrer Ehe durch eine Öffnung der Beziehung nach
außen zu entgehen. Die offene Ehe und Pärchenclubs
finden immer weitere Verbreiterung. Da die sexuelle
Lustlosigkeit sich am Gewohnten und Bekannten
fest
macht, kann die Einbeziehung anderer Personen eine
Bereicherung der Sexualität darstellen – aber einen
Preis, in irgendeiner Form, wird man auch dafür
zu zahlen haben.
Lustlosigkeit aus Geringschätzung
Kimona ist Medizinstudentin, neunzehn Jahre jung
und schwer verliebt.
Ihr Neuer leistet sich allerdings einen Lapsus,
der ihre Gefühle schlagartig auf den Nullpunkt
bringt – Gleichgültigkeit und Lustlosigkeit
machen sich bei ihr breit.
Durch besondere Umstände, die in ihrer Biografie
begründet sind, war Kimona schon als ganz junges
Mädchen außerordentlich reif, erwachsen und
verantwortungsvoll.
Bei einer Festlichkeit in seinem Elternhaus
musste sie miterleben, wie ihr Traummann in
kindischer Art sich mit seinem zwölfjährigen
Bruder um den Nachtisch zankte. Zwei Kinder
stritten um einen Schokoriegel – ihre Bewunderung
für ihn fiel in sich zusammen wie eine Seifenblase.
Ihr jüngerer Bruder scheint ihr nun um Längen
reifer zu sein als ihr Freund.
Im Frankreich des achtzehnten Jahrhunderts z.B. konnte ein Galan sich vollständig um die Gunst seiner Dame bringen, wenn er sich beim Aufsatteln aufs Pferd nur die kleinste Ungeschicklichkeit leistete.
Verändert sich für einen Mann in ungünstiger Weise das emotionale Kräfteverhältnis, ist sexuelle Lustlosigkeit auf Seiten der Frau häufig die Folge. Ursachen wären z.B.: Jobverlust, Unfall mit bleibendem Schaden, chronische Erkrankung usw. Die seelisch-geistige Liebe braucht darunter nicht zu leiden.
Ohne ihr Zutun schaltet ihr Sexmodus auf
Lustlosigkeit – für ihr Fortpflanzungsprogramm
ist er dann einfach nicht mehr der Richtige.
Noch mehr Gründe für eine Lustlosigkeit
Die Einnahme oraler Kontrazeptiva kann bei Frauen
sexuelle Lustlosigkeit auslösen bzw. eine latent
vorhandene Lustlosigkeit noch drastisch verstärken.
Selten ist die Pille jedoch an allem Schuld: Bei
einer neuen Verbindung – mit einem anderen
Mann – ist man oft sehr erstaunt, wie ehedem
Frauen mit totaler sexueller Lustlosigkeit –
trotz Pille – in der neuen Beziehung erotisch
total aufblühen.
Sexuelle Lustlosigkeit und Hormone
Die Libido – der Sexualtrieb – wird bei Mann und
Frau durch das männliche Sexualhormon Testosteron
angetrieben. Naturgemäß weisen Frauen einen
niedrigeren Hormonspiegel auf als Männer.
Abnorm geringe Mengen im strömenden Blut
bescheren jedoch Lustlosigkeit und Sexflaute.
Weibliche Östrogene – wenn im Überschuss
vorhanden – bremsen die Lust steigernde
Wirkung der männlichen Hormone. Auf das
Verhältnis kommt es an.
Bei ausgeprägter sexueller weiblicher Unlust sollte deshalb immer auch der Hormonstatus erhoben werden: Nicht so sehr der Östrogene – was meist gemacht wird – sondern der Androgene – was oft übersehen wird.
Neben einem hormonellen Ungleichgewicht bzw. einem
relativen Testosteronmangel können Krankheiten
oder Arzneien für eine sexuelle Lustlosigkeit
bei der Frau in Frage kommen.
Depressionen im weitesten Sinne haben nicht
selten Störungen der Libido im Schlepptau.
Auch Medikamente gegen eine Depression –
Antidepressiva – können als unerwünschte
Nebenwirkung sexuelle Lustlosigkeit auslösen.
Nähe-Distanz-Problem und Lustlosigkeit
Stellt eine sexuelle Lustlosigkeit sich bei
Frauen regelmäßig nach kurzen Beziehungszeiten ein,
kann eine ausgeprägte Nähe-Distanz-Problematik
die Ursache sein. Bei dieser Form der Lustlosigkeit
spielen Erfahrungen in der Kindheit eine ganz
entscheidende Rolle.
Was tun gegen sexuelle Lustlosigkeit
-
Suchen Frauen in der Sexualberatung Rat wegen
ihrer Lustlosigkeit, sind aus den oben angeführten
Gründen direkte Einwirkungsmöglichkeiten selten
möglich.
Ausnahmen wären z.B. bestimmte Sexualpraktiken, die der Ehemann gerne hätte, von ihr aber abgelehnt werden und es deshalb zu Unstimmigkeiten zwischen den Partnern kommt. Oder der Ehemann ist ein schlechter Liebhaber und vermiest ihr dadurch den Spaß am Sex. Hier könnten Weichenstellungen durch eine Sexualberatung ihre Lustlosigkeit beseitigen. -
Beziehungssituationen die in der Vergangenheit
immer wieder aufgetreten sind und zu einer chronischen
Verärgerung der Ehefrau geführt haben, führen häufig
zu einer sexuellen Lustlosigkeit.
Lässt sich durch eine Sexualberatung der Umgang des Ehepaares miteinander verbessern, besteht die Hoffnung, ihre Lustlosigkeit zu überwinden. -
Liegt jedoch eine normale sexuelle
Lustlosigkeit vor, wie sie für viele gute
Ehen in Langzeitbeziehungen typisch ist –
bleibt nur ein aufklärendes
Gespräch im Rahmen einer Sexualberatung.
Dieses kann trotzdem für die Frau wertvoll sein, weil die Einsicht in die psychobiologischen Mechanismen ihr den Druck nehmen kann. Frauen fühlen sich oft wie eine Versagerin, weil es ihnen trotz aller Anstrengung nicht gelingt, eine gute Ehefrau zu sein.
Eine Sexualberatung kann ihr vermitteln, dass trotzdem alles in Ordnung bei ihr ist und nur die menschliche Natur nicht so mitspielt, wie sie das gerne hätte – was sehr befreiend wirken kann. - Suchen Männer in der
Sexualberatung Hilfe wegen sexueller Lustlosigkeit
der Ehefrau, gibt es eine Fülle von Möglichkeiten
und Strategien darauf Einfluss zu nehmen. Das Ziel
einer Sexualberatung muss es sein, den Mann die
Einsicht zu ermöglichen, wie sein bisheriges Verhalten
die Lustlosigkeit seiner Frau befördert hat. Nur wenn
Männer bereit sind sich selber zu verändern, besteht
die Chance auf eine Veränderung bei ihrer Ehefrau.
Auch riskante Strategien, die die gewohnte Ehe-Situation radikal verändern würden, wären eine Möglichkeit bei ihr wieder sexuelles Begehren auszulösen.