Weibliche Orgasmusstörung – Die Online-Sexualberatung
Der weibliche Orgasmus ist schwerer auslösbar als der männliche
Generell kann man sagen, dass der Orgasmus einer Frau schwerer auslösbar ist als der eines Mannes. Dieses biologische Faktum ist wahrscheinlich keine bloße Zufälligkeit. Wenn man sich die Funktion des männlichen und des weiblichen Orgasmus anschaut, stellt man Unterschiedlichkeiten fest:
Der männliche Orgasmus ist mit dem Ausstoß des Spermas gekoppelt. Beim Geschlechtsverkehr ist aus der Sichtweise des Mannes damit ein möglicher Fortpflanzungserfolg verbunden. Die Evolution hat deshalb Männer in der Urzeit gefördert, die beim Geschlechtsverkehr regelmäßig Orgasmus und Sperma-Ausstoß hatten.
Der weibliche Orgasmus hat direkt mit der Fortpflanzung nichts zu tun. Wie jeder weiß, kann eine Frau schwanger werden, auch wenn sie nie beim Geschlechtsverkehr einen Orgasmus hat. Ob der weibliche Orgasmus bei der Anwesenheit von Sperma in der Vagina den Befruchtungserfolg erhöht oder nicht – ist umstritten.
In anderen Worten: Biologisch gesehen ist der Orgasmus für die Frau nicht so wichtig wie für den Mann.
Der weibliche Orgasmus hat zweierlei Funktion: Einmal sollen die
orgastischen Gefühle Lust auf mehr Lust machen und zum zweiten
bindet der Orgasmus die Frau an den Mann.
Dieses Kunststück wird durch Oxytocin bewerkstelligt, ein Hormon,
das in den Sekunden ihrer größten Lust freigesetzt wird. Bei einem Mann
ist das nicht so. Deshalb kann man sagen, dass ein Orgasmus eine Frau
stärker an einen Mann bindet als umgekehrt.
Aber – der schwerer auslösbare weibliche Orgasmus könnte von der
Evolution auch einkalkuliert worden sein:
Alle Weibchen in der Natur erbringen bei der Fortpflanzung größere
Investitionen als die Männchen. Die Evolution förderte deshalb bei
allen Weibchen im Tierreich strenge Auswahlkriterien was
ihre Sexualpartner anbelangt. Das ist bei uns Menschen ganz genau
so.
Ein Orgasmus motiviert die Frau zum Sex – aber Lust auf Sex
zu haben sollte für eine Frau nicht die alleinige Motivation zum
Geschlechtsverkehr sein – und ist es auch nicht. Ihr selektives
Partnerverhalten könnte darunter leiden und sie verführen, Sex um des
Sexes Willen zu haben – auch mit weniger geeigneten Kandidaten. Ein
nicht so leicht auslösbarer Orgasmus hätte diesbezüglich eine Art Schutzfunktion.
Diese Schutzfunktion aktiviert sich auch dann, wenn sie in einer Beziehung ist und ihr Unterbewusstsein den Mann nicht mehr als geeigneten Sexualpartner einstuft; ein Teil ihrer Persönlichkeit will an der Partnerschaft weiter festhalten, während ein anderer ihre sexuelle Motivation abwürgt, um die Sache zu einem Ende zu bringen.
Interessanter Weise kann diese innerseelische Konfliktsituation generell gegeben sein – je nachdem, welche Einstellung eine Frau im Allgemeinen Männern gegenüber hat (siehe Beispiel).
Probleme für eine Frau, beim Geschlechtsverkehr einen Orgasmus zu erreichen,
können natürlich auch völlig andere Ursachen haben. Die Palette dafür ist
weit gefächert und es bedarf in der Sexualberatung einer genauen
Diagnosestellung, um der Problematik auf die Spur zu kommen.
Warum eine Radikalfeministin mit dem Orgasmus ein Problem hat
Vorneweg sei betont, dass es im folgenden Beispiel keineswegs darum
geht, in chauvinistischer Manier die Frauenbewegung zu verunglimpfen;
sondern darum, an einem geeigneten Fallbeispiel psychosexuelle
Mechanismen zu demonstrieren, die während Jahrmillionen unserer
Evolutionsgeschichte entstanden sind.
Eine Radikalfeministin eignet sich als Demonstrationsobjekt
deshalb so gut, weil ihr böswilligerweise ein Schuss
Männerfeindlichkeit unterstellt werden kann.
Die intrapsychischen Abläufe, die mit diesem Männerbild assoziiert
sind, lassen sich hierbei besonders gut beschreiben.
Natürlich soll nichts verallgemeinert werden – es gibt
bestimmt genug Feministinnen die mit ihrem Orgasmus keine Schwierigkeiten
haben; diese haben aber sicher eine etwas andere Einstellung
Männern gegenüber als die Dame unten.
Das folgende Beispiel ist frei erfunden – etwaige Ähnlichkeiten mit einer reellen Person wären daher rein zufällig.
Helga ist eine so genannte Radikalfeministin; sie ist
Gewerkschaftsmitglied und hauptberuflich bei einer Behörde als
Gleichstellungsbeauftragte tätig. Ihr Aufgabengebiet ist darüber
zu wachen, dass die Gleichbehandlung von Frauen und Männern
eingehalten wird.
Aufgrund ihrer ideologischen Einstellung könnte man sie als latent
männerfeindlich beschreiben. Wie mit einer Lupe unterwegs, entdeckt
sie überall Machoschweine die versuchen ihre Geschlechtsgenossinnen
auszubeuten.
Es ist eigentlich klar, dass diese Einstellung auch ihre privaten
Beziehungen zum anderen Geschlecht Problem beladen macht.
Ein Mann in ihrem Leben sieht sich nämlich ständig dem bewussten
oder unbewussten Vorwurf ausgesetzt, sie unterdrücken und dominieren
zu wollen.
Männer, die sich in die streitbare Dame verlieben, laufen ständig
wie auf Eiern, um ihren Argwohn nicht durch eine unbedachte Äußerung
zu erregen.
Dieses Verhalten bringt sie automatisch in eine unterlegene Position
und beschert Helga die Dominanz über die Beziehung – ohne die
sie sich ein Zusammensein mit einem Mann sowieso nicht vorstellen kann.
Zurechtgestutzte Männer können die Schmetterlinge nicht zum Flattern bringen
Was ihrem feministischen Persönlichkeitsanteil große Genugtuung bereitet, nämlich von keinem Mann beherrscht zu werden, ist für ihre Sexualität die pure Katastrophe.
Da sich die Gesamtpersönlichkeit eines jeden Menschen aus vielen Unterpersönlichkeiten zusammensetzt, ist es nicht gerade selten, dass zwei Persönlichkeitsanteile sich gegenseitig ins Gehege kommen und einer den Sieg davon trägt – auf Kosten des anderen.
Die meisten Frauen, Helga eingeschlossen, können nur sexuell gut
auf einen Mann reagieren, wenn er in irgendeiner Weise ihre
Bewunderung auslöst.
Dies ist tief in der weiblichen Psyche verankert und soll
sicherstellen, dass nur diejenigen Männer als Sexualpartner in
Frage kommen, die auch mit einiger Wahrscheinlichkeit über gute
Gene verfügen – die sich jede Frau für ihre Nachkommenschaft
wünscht. Bewunderung, die für einen Mann empfunden wird, –
eigentlich ganz egal für was – wird vom weiblichen Unterbewusstsein
mit guten Genen assoziiert.
Da Helga dies aufgrund ihrer Einstellung Männern gegenüber nicht zulässt bzw. schon im Ansatz erstickt, weil sie nur auf kritikwürdiges Verhalten ihrer Verehrer fokussiert, geraten die armen Kerle immer ganz schnell unter ihre Fuchtel.
Helga fühlt sich ihren Typen dann haushoch überlegen; sie hat
stellvertretend für die Frauen einen Sieg errungen – aber
einen Pyrrhussieg.
Denn – in allen Beziehungen ist es immer wieder dasselbe: Helga
leidet permanent unter sexueller Lustlosigkeit und hat Schwierigkeiten
einen Orgasmus zu erreichen, weil die leisen und unterwürfigen Männer
ihre Sexualzentren im Gehirn nicht begeistern können.
Entsprechende Seitenhiebe auf ihre Liebhaber kann sie sich oftmals
nicht verkneifen und beschimpft diese regelmäßig als unfähig, sie
sexuell erregen zu können.
Diese Manöver könnte man als den unbewussten Versuch interpretieren,
anderen die eigene Unzulänglichkeit in die Schuhe zu schieben –
um sich damit vor schmerzhafter Selbsterkenntnis zu schützen.
Ihre Beziehungen sind deshalb nie von langer Dauer, weil die Männer
irgendwann entnervt das Handtuch werfen oder Helga die Beziehung beendet,
weil die Typen es einfach nicht bringen.
In ihren sexuellen Fantasien jedoch, die sie sich gar nicht gerne eingesteht, beschäftigt sie sich mit Männern, die groß und stark sind; sich egoistisch und wenig liebevoll verhalten und erreicht dabei – ausgerüstet mit ihrem Vibrator – mühelos einen Orgasmus.