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Pornosucht und Beziehung – Beziehungsberatung-Online

Wenn Pornosucht die Beziehung gefährdet

Immer wieder erreichen mich Anfragen von Frauen und Mädchen, die geradezu verzweifelt über den Pornokonsum ihrer Ehemänner bzw. ihrer Freunde sind. Und – zugegebenermaßen – manchmal hat das Porno-Gucken derart zwanghafte Züge, dass man ohne Übertreibung von Pornosucht sprechen kann.
Jedes Suchtverhalten gehört prinzipiell therapiert – auch eine Pornosucht natürlich. Aber die Entscheidung eine Therapie gegen seine Pornosucht zu machen, muss jeder Betroffener selber treffen. Eine verzweifelte Partnerin wird es nicht schaffen, ihn in eine Therapie zu „prügeln“ – die unter diesen Voraussetzungen sowieso keine große Aussicht auf Erfolg haben würde.

Wenn eine Frau seine Pornosucht nun zu einem Entweder-Oder hochstilisiert, wird er nach außen hin das Porno-Gucken sein lassen – vielleicht für eine Weile auch tatsächlich – aber dann, heimlich, nach einer gewissen Zeit, wieder aufnehmen; jedenfalls wenn er zur härteren Fraktion der Porno-Konsumierer gehört.
Sie wird ihm – misstrauisch wie sie ist – auf die Schliche kommen und das Gefühl neuerlich hintergangen worden zu sein, wird die Beziehung sehr stark belasten. Der Spaß am Sex wird ihr vergehen, weil sie im vermeintlichen „Konkurrenzkampf“ mit den stöhnenden Porno-Huren nicht bestehen kann. Enttäuscht und verletzt wird sie sich mehr und mehr zurückziehen – angewidert von den Sexszenen, denen er so zwanghaft hinterher hechelt.
Dieser Rückzug, verbunden mit Szenen und Wutausbrüchen, wird ihn nur noch weiter in die virtuelle Parallelwelt seiner Pornosucht abdriften lassen…

Um es gleich vorneweg zu sagen: Natürlich kann auch ich Ihnen, sehr verehrte Leserinnen, keine Tipps geben, mit denen sie die Pornosucht ihres Partners ausradieren können. Aber es liegt mir am Herzen einige Informationen zu liefern, die die Hintergründe des Porno-Guckens etwas aufhellen; auch auf die eine oder andere Verhaltensstrategie möchte ich verweisen, mit der Sie es vielleicht schaffen könnten, dass ihr Herzbube seine Aktivitäten wieder etwas verstärkt in Ihre Richtung lenkt. Aber nochmals sei betont, wenn er schon sehr lange Pornos konsumiert und sein Verhalten den obszessiven Charakter einer Pornosucht angenommen hat, werden Sie es wahrscheinlich nicht schaffen, dass er sein Tun reduziert oder gar sein lässt.
 

„Don-Juan-Gen“ Ursache von Pornosucht

Da meine Website und meine Beratungskonzepte auf evolutionstheoretischen Hintergründen basieren, die ich als Infomaterial immer wieder einfließen lasse, möchte ich dies natürlich auch beim Thema „Pornosucht“ tun:

Männern sitzen bei Liebesdingen, vereinfacht ausgedrückt, immer zwei Seelen in der Brust bzw. im Herzen: Die eine – normalerweise die dominantere – ist die Veranlagung sich in eine Frau zu verlieben und ihr treu zu sein. Die andere – weniger stark ausgebildet – ist der Wunsch nach sexueller Abwechslung mit mehreren Frauen.

Jeder Mann trägt so ein verhängnisvolles „Don-Juan-Gen“ in sich; die Frauen übrigens auch. Nur ist bei ihnen die Tendenz zum Seitensprung bzw. zur Polygamie viel schwächer entwickelt als bei den Männern.
Nun hat dieses „Don-Juan-Gen“ aber als Schalter eine Art Schieberegler, der von „Aus“ bis „Maximal“ reicht. Alle möglichen Faktoren können auf die Stellung dieses Schalters Einfluss nehmen, z. B. auch die Erziehung eines Mannes, und ihn dann in Liebesdingen so oder so reagieren lassen.

Hat z. B. ein Mann sich von ganzem Herzen verliebt und ist er sich seiner Liebsten nicht Tausend Prozent sicher, denkt er Tag und Nacht nur noch an sie. Der Einschaltknopf für sein „Don-Juan-Gen“ steht in so einer Situation definitiv auf „Aus“.
Gegensätzliches Beispiel: Ein Weltstar wie die Rock-Ikone Mick Jagger von den Stones, der eine Popularität sagenhaften Ausmaßes genießt und den, in seinen Glanzzeiten, die Frauen in Massen zu Füssen gelegen sind, hat einen auf „Maximal“ gestellten Schalter für polygames Verhalten. Die gigantische Selbstsicherheit, die so ein Typ mit sich herumträgt, ist gepaart mit der unerschütterlichen Gewissheit, jedes weibliche Wesen flach legen zu können, das seinen Weg kreuzt. Diese übergroße Sicherheit verhindert, dass Männer dieses Kalibers sich ernstlich verlieben und binden. Das evolutionäre Prinzip, das da im Hintergrund die Strippen zieht, zielt darauf ab, diese Supertypen sooft zu vervielfältigen wie nur irgend möglich. Die Liebe zu einer einzelnen Frau wäre diesen evolutionären Bestrebungen dann natürlich sehr hinderlich.
 

Normalos müssen sich bescheiden

Von solch „paradiesischen“ Umständen können normale Männer natürlich nur träumen Smilie ! Sie sind in der Regel heilfroh, wenn sie eine Frau erwischen, und glücklich, wenn diese in etwa ihren Vorstellungen entspricht.
Ist die Beziehung ausgeglichen, von der Machtbalance her, kann der Schalter seines „Don-Juan-Gens“ auf „Aus“ gestellt sein.
Eine Pornosucht wird sich in so einem Fall kaum manifestieren. Eher wird er geneigt sein Pornos mit seiner Liebsten zu gucken, um die erotische Stimmungslage anzuheizen. So ein gemeinsames Porno-Gucken ist für die meisten Damen okay, weil sie dabei integriert sozusagen sind.
 

Beziehungserosion und Pornosucht

Leider haben die meisten Beziehungen, vielleicht sogar alle, eine Tendenz zur Abnutzung bzw. zur emotionalen Umgestaltung. Die Liebe, so wie wir sie in der Anfangszeit empfinden, ist nicht für ewig gemacht. Läuft alles prima mit einem Ehepaar und passen die beiden charakterlich gut zusammen, verwandelt das Leben ein Liebespaar langsam aber stetig in ein kameradschaftliches Paar.
Reicht die Substanz zwischen den beiden nicht aus, die Veränderung mit zutragen, wird der Fortbestand der Beziehung in Frage gestellt – meistens von einem stärker als vom anderen. Vielfach sind es diese asymmetrischen Beziehungsmuster, die nach einigen Jahren Paarzeit, sich peu a` peu einschleichen.
Teil dieses Abnutzungsprozesses kann auf der weiblichen Seite ein mehr oder weniger starkes Abflauen des sexuellen Interesses am eigenen Mann sein; er behält zwar eher sein Interesse am Sex bei, mutiert aber über die Jahre zum Typus des beziehungsfaulen Ehemannes.

Wegen dieser unerfreulichen Entwicklung beklagen sich Männer sehr häufig über ein tristes Sexualleben – an dem sie allerdings nicht ganz unschuldig sind. Wie auch immer – sie fühlen sich unzufrieden und diese Unzufriedenheit weckt das „Don-Juan-Gen“ aus seinem Dornröschenschlaf. Der Schiebeschalter verstellt sich Stück für Stück in Richtung Polygamie, d.h. der Mann bekommt Lust auf andere Frauen; eigentlich eine Sehnsucht, die die Natur in ihm angelegt hat.

Manche von ihnen suchen sich eine Affärenbeziehung oder frequentieren die Bordelle in ihrer Nähe – wenn sie sich von ihren Ehefrauen nicht trennen wollen oder können. Manche verlieben sich in eine Arbeitskollegin oder in die Sportfreundin vom Tennisverein und verlassen ihre Ehefrauen, in der Hoffnung, ein neues Glück zu finden.
Andere wiederum, denen das alles zu stressig und zu aufwendig ist, setzen sich an den Computer und stillen ihren Hunger nach Frischfleisch durch Pornos – die auf hunderten von Websites angeboten werden. Internetuser, die zu obszessivem Verhalten tendieren, können dabei in eine regelrechte Pornosucht abrutschen, die schließlich weite Bereiche ihres Fühlen und Denkens beherrscht.
 

Unausgeglichene Beziehung und Pornosucht

Aber was ist mit den Typen, die gerade einmal ein halbes Jahr mit ihrer Freundin zusammen sind und trotzdem wie verrückt nach Pornos sind? Da dürfte eine Alltagsroutine ja noch nicht das Ruder übernommen haben?

Wenn diese Männer nicht Pornosüchtlinge von Haus auf sind, dann steckt eine unausgeglichene Beziehung dahinter, die den Schalter für sein „Don-Juan-Gen“ aufgemacht hat. Wenn seine Freundin ihn liebt ohne Ende, weil er ihr Traumprinz ist und er sich ihrer vollkommen sicher fühlt, verliert sie eklatant an Reiz für ihn und macht ihn anfällig für die Reize anderer. Solche Männer sind ständig in Gefahr, auf eine andere umzusteigen oder sich virtuell mit Frauen im Netz „einzulassen“.
Die leichte Verfügbarkeit dieser Filme – mit Damen – die jede sexuelle Vorliebe bedienen, stellt einen Anreiz dar, den sich viele nicht entziehen können oder wollen.

Früher oder später finden die Freundinnen dann Hinweise auf seine Pornosucht und sind entsetzt, weil sie das Porno-Gucken und die Heimlichkeit dabei als Vertrauensmissbrauch ansehen. Sie fühlen „ihre Liebe verraten durch diesen abartigen Schweinkram“, wie es eine einmal mir gegenüber zum Ausdruck gebracht hat.
Da diese Frauen in ihren Beziehungen meistens die Unterlegenen sind, weil sie ihn in der Regel mehr lieben wie er sie, leidet ihr Selbstbewusstsein durch sein Porno-Gucken ganz besonders. Sie schätzen ihre Attraktivität auf ihn eher gering ein, weil er diesen „Porno-Huren“ den Vorzug gibt und sehen ihre Liebe in den Schmutz gezogen; und zum Teil haben sie auch recht damit

Aber nur zum Teil: Was solche Frauen gerne übersehen und auch nicht leicht begreiflich finden, ist der Umstand, dass die ungünstige Machtbalance in ihrer Beziehung einen erheblichen Anteil an der Misere trägt und daran tragen sie eine erhebliche „Mitschuld“. Oft steckt ein geringes Selbstwertgefühl ihrerseits dahinter und eine mäßig entwickelte Ichstärke, die sie besonders anfällig macht für diese „grandiosen“ Typen. An seiner „Stärke“ wollen sie unbewusst partizipieren und bezahlen dies durch den Preis einer unausgeglichenen Beziehung.
 

Jammern über Pornosucht

Wenn sie ihm nun auf die Schliche gekommen ist und ihr Entsetzen über seine Pornosucht kund tut, erweist sie ihrer Liebe einen Bärendienst. Natürlich ist es menschlich verständlich, wenn eine Frau ihre Abscheu und ihr Entsetzen bei demjenigen zum Ausdruck bringt, der das verursacht. Aber es ist töricht, dumm und kontraproduktiv. Bei einem emotionalen Problem hilft Reden nichts, sondern verschlimmert alles nur noch mehr. Wenn Sie darüber mehr erfahren wollen, dann springen Sie bitte kurz auf die Seite „Reden ist Gold, diese Weisheit ist nicht immer gültig“

Liebe Ratsuchende, da Sie sehr wahrscheinlich in Ihrer Partnerschaft der unterlegene Part sind und Ihre Beziehung sich von der Machtbalance her in einer Schieflage befindet, vergrößern Sie das Machtungleichgewicht noch mehr, wenn Sie sich über seine Pornosucht beklagen. Sie wirken dann auf ihn wie eine Jammerliese, die ihn mit ihrem Getue nervt – auch wenn er Ihnen vielleicht einerseits sogar Recht gibt.
Also, wenn er so dumm ist und den Verlauf in seinem Computer nicht löscht und Sie massenweise Pornos finden, die er sich am Vorabend rein gezogen hat, sprechen Sie ihn nicht darauf an. Es macht keinen großen Sinn, weil es nichts bringt und nur die Beziehung belastet.
Aber wahrscheinlich haben Sie es ja schon längst getan – hässliche Szenen und Auseinandersetzungen sind sicher die Folge gewesen. Ihre Beziehung ist wahrscheinlich schon ziemlich angeknackst und sie werden ratlos sein und verzweifelt. Viele fühlen sich extrem unglücklich und leiden; manche entwickeln unter dem Beziehungsstress sogar ein psychosomatisches Symptom.

Diese Verzweiflung wird Sie nun zu extremen Verhaltensweisen verleiten: Wenn die Liebe zu ihm im Vordergrund steht, werden Sie sich übermäßig um ihn bemühen, in der Hoffnung, dass er wieder mehr auf Sie eingeht. Kommt der Mist mit dem Porno-Gucken aber wieder hoch in Ihnen oder gibt er Ihnen erneut Anlass zu Kritik, werden Sie Ausrasten und ihn erneut mit Vorwürfen bombardieren. Ihre unterwürfige Art einerseits und ihr maßloses Ausrasten anderseits werden seinen Respekt für Sie in den Keller fahren lassen; ihre sexuelle Attraktivität auf ihn wird mit der Zeit gegen Null tendieren und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass er sich aufmacht, um nach einer Anderen Ausschau zu halten.
 

Strategien gegen Pornosucht

Also hören Sie bitte auf mit Ihren übertriebenen Verhaltensweisen – obwohl ich natürlich Verständnis dafür habe: Ignorieren Sie sein Porno-Geglotze, aber hören Sie auch auf zu unterwürfig und zu lieb zu sein – generell.
Sie wären in dieser Beziehungssituation gefordert, ihre eigenen Stärken zu entdecken, um dadurch für ihn wieder attraktiver zu werden.
Sie sollten sich eine Kommunikation aneignen mit der sie auf Grenzverletzungen reagieren können, ohne sich dabei in Anschuldigungen und Vorwürfen zu ergehen. Bücher – um sich darin zu üben – gibt es zuhauf.

Werden Sie unabhängiger von ihm in Ihrem Freizeitverhalten. Unternehmen Sie öfters etwas mit Freunden, wo er nicht genau weiß, was sie dabei tun. Wenn Sie etwas zu ihm auf Distanz gehen, geben Sie den Gefühlen Raum, die er sicher noch für Sie empfindet. Wenn er sich Ihnen nicht mehr ganz so sicher ist, werden Sie sehen, dass er sich wieder mehr um Sie bemüht und die Pornofrauen dadurch weniger interessant für ihn sein werden.
Die Tipps, die ich für Frauen parat habe, die ihre Ehe wieder etwas in Schwung bringen wollen, könnten in leicht abgewandelter Form auch auf Ihren Porno-Gucker Anwendung finden, weil Sie geeignet sind, eine unausgeglichene Beziehung wieder ins Lot zu bringen. Oder die Strategien für Frauen, die in der Affärenschublade sitzen. All diese Verhaltensweisen haben die gleichen Ziele und können gute Effekte hervorbringen, wenn man sie konsequent umsetzt; dies ist – wie immer wieder betont – aber alles andere als leicht Smilie !

 
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