Natur und Kultur – Die Online-Beziehungsberatung

Natur und Kultur passen oft nicht zusammen

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Der Lebensraum des Menschen: links in archaischen Zeiten, rechts in modernen

Probleme, die Männer und Frauen in modernen Zeiten mit sich selber und mit ihren Beziehungen haben, sind zu einem Teil sicher in persönlichen Unzulänglichkeiten begründet; zum anderen aber in einer Unverträglichkeit zwischen urtümlichen, archaischen Programmen aus der Urzeit und den Normen, Regeln und Erwartungen, die das moderne Gesellschaftssystem an den Einzelnen bzw. an das Paar stellt.

Urzeit im Kopf

Diese urzeitlichen Programme in unseren Köpfen – evolutionär-psychologische Mechanismen genannt – sind Anpassungen an Lebensweisen längst vergangener Zeiten; manchmal Hunderttausende von Jahren alt, oft noch viel, viel älter. In uns modernen Menschen werden sie immer noch angelegt, weil seit der Steinzeit einfach zu wenig Zeit vergangen ist, diese alten Strukturen zu entrümpeln. Oder etwas anders ausgedrückt: Viele Verhaltensweisen, die in der Urzeit unseren Vor- fahren einen Vorteil eingebracht haben, sind heutzutage oftmals nicht nur nicht nützlich, sondern sogar schädlich und können deshalb auch unser Liebesleben äußerst ungünstig beeinflussen.

Das Unbewusste

Unser unbewusstes
Ich…

Wie Stimmen aus dem Untergrund unserer Seele, die uns leiten und lenken wollen, treten diese Veranlagungen aus der Urzeit in Erscheinung und versuchen Einfluss auf unser Verhalten zu nehmen. Jedoch haben sie nur sehr selten einen so imperativen Charakter, dass wir uns willentlich nicht von ihnen distanzieren können. Das unterscheidet den Menschen vom Tier.

Andererseits müssen wir einen Preis dafür bezahlen, wenn wir teilweise ein Leben führen bzw. führen müssen, das diese alten Anweisungen aus der Urzeit nicht berücksichtigt.

Es kostet seelische Kraft und Energie, wenn wir uns gegen die Stimmen unserer biologischen Natur verhalten – auch wenn uns dieses meistens gar nicht bewusst ist. Da wir als Kultur-Menschen praktisch in einer künstlichen Umwelt aufwachsen und von ihr geprägt werden, gehen wir stillschweigend davon aus, dass diese Lebensweise unserer Natur entspricht, weil wir zu dem urtümlichen Teil unseres Ichs keinen richtigen Zugang mehr besitzen.

Menschen zweifeln und verzweifeln oft genug an sich selber, weil sie sich als nicht gut genug empfinden hochgesteckte Ziele erreichen zu können, besonders auch was ihre Partnerschaften anbelangt. Vielleicht könnte da manchmal evolutionspsychologisches Wissen helfen, das die Erkenntnis ermöglicht, dass diese Ziele mit unserer archaischen Natur womöglich schwer zu vereinbaren sind und wir deshalb bei ihrer Realisierung an unsere Grenzen stoßen.

Die evolutionäre Psychologie, die sich der Erforschung dieser entwicklungsgeschichtlichen Anpassungen verschrieben hat, erbrachte im letzten Jahrzehnt überraschende Erkenntnisse, die uns helfen könnten, unsere menschliche Natur auf einer tieferen Ebene zu begreifen.

Als evolutionär orientierter Verhaltensbiologe sind meine theoretischen Konzepte, die meiner Beziehungs- und Sexualberatung zugrunde liegen, an einem Menschenbild ausgerichtet, das diese alten Verhaltensanpassungen berücksichtigt.

Dieses Wissen ermöglicht es mir, zwischenmenschliche Probleme sozusagen mit der „evolutionspsycho- logischen Lupe“ zu betrachten und auf der Basis dieser Theorien ein Beratungskonzept anzubieten, das Lösungen ermöglichen kann.

Natürlich werden diese theoretischen Konzepte vollständig aus meinen Beratungsgesprächen herausge- halten – sie sind nur in meinem Kopf von Bedeutung – da sie als Hintergrundinformation für den Klienten irrelevant sind und es ausschließlich um die Lösung seiner Beziehungsproblematik im Hier und Jetzt geht.