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Weiß er was sie will, vergeht ihm schon die Lust dazu

Angelascht...

Angelascht…

Wie im vorigen Kapitel dargestellt, strukturieren wir Menschen uns in sozialen Hierarchien, d.h. wir bilden Rangordnungen, wie sie auch im Tierreich üblich sind. Die Verhaltensweisen dazu sind seit vielen Millionen Jahren in unseren Genen festgelegt – sie laufen zum größten Teil unbe- wusst ab.

Diese Mechanismen sind der Grund dafür, dass uns sofort die Lust verlässt, wenn wir irgend etwas tun, von dem wir wissen, dass eine andere Person damit eine Erwartungshaltung verknüpft – sofern diese andere Person uns vom Rang her als unterlegen erscheint oder wir mit ihr in einer bewussten oder unbewussten Rivalität verstrickt sind.

Ist die andere Person uns aber vom Rang her deutlich überlegen und empfinden wir Bewunderung und tiefen Respekt für sie, sind wir mit Hingabe bereit ihr zu Diensten zu sein und begreifen das Ganze noch als eine Art Auszeichnung.

Ein Ehemann aber, der von seiner Frau immer wieder darauf hingewiesen wird, dass sie sich in der Beziehung vernachlässigt fühlt und ungeliebt, steckt in einer psychologischen Sackgasse und ist dadurch ziemlich manö- vrierunfähig.

Die Beschwerde seiner Ehefrau „nützt” ihm zum einen deswegen nichts, weil seine Gefühle bzw. Nichtgefühle ein Produkt seiner rechten Gehirnhälfte sind, die sich als Spontanphänomene nicht vom Willen beinflussen lassen. Zum anderen kann sich sein Machttrieb unmöglich mit der Situation anfreunden, dass er liebevolles Verhalten und Beziehungsengagement zeigt, wissend, dass seine Frau darauf wartet. Sein Machttrieb setzt – ohne dass der Ehemann dies beabsichtigt – sogar noch eins drauf:

Da er schon vorher keine große Lust besessen hat, sich für seine Beziehung zu engagieren – nachdem seine Frau dies immer wieder anmahnt kann seine Bereitschaft dazu regelrecht ins Gegenteil umschlagen. Solche Männer flüchten dann noch stärker in ihre außerhäusigen Aktivitäten, um den Attacken ihrer Frauen zu entgehen.

Pflichtbewusst ist schlecht

In weniger krassen Fällen oder bei gutmütigeren Ehemännern, kann eine Ehefrau mit ihrer Beschwerde die Herbeiführung von zielorientierten Verhaltensweisen auslösen. Da diese „linkshemisphärisch“ sind und mehr auf Vernunft und Einsicht gründen, als auf Emotionen, schlafen sie – sehr wahrscheinlich – nach einiger Zeit auch wieder ein. ;-(

Hat sich ein Mann angewöhnt z.B. häufiger Blumen zu schenken, weil sich seine Frau das als Liebesbe- weis wünscht, wird er sie sicherlich damit erfreuen. Die Frau darf sich aber nicht dem Irrtum hingeben, dass diese Handlung von derselben emotionalen Tiefe begleitet wird, wie sie in der Anfangsphase ihrer Beziehung gegeben war – als er in der Werbephase massenweise Blumen anschleppte.
Ich nehme aber an, dass eine Frau, die solche Wünsche äußert, genau diesen Aspekt im Auge hat. Wenn eine Langzeitbeziehung durch Gewohnheit und Alltag erodiert, verändert sich zwangsweise auch ihre psychologische Qualität.

Sie macht Druck

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Böse und traurig
zugleich…

Meist ist es so, dass der eine damit gut leben kann, während der andere dabei seelisch verkümmert. Da Männer mit einer emotionalen Distanzierung in einer Beziehung leichter zurechtkommen bzw. die eigentlichen Urheber davon sind, sind es oft die Frauen, die darunter leiden. Meist erheben sie bittere Vorwürfe, von Verzweiflung getragen, und weil sie nicht wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen.

Damit wird der Versuch gemacht, ihn sozusagen zwangsweise zu Nähe zu verpflichten – mit der unbewussten Hoffnung, dass seine Gefühle schon nachziehen werden. Diese fundamentale Fehleinschätzung ist der Grund vieler gescheiterter Beziehungen und die Ausgangslage für den Start des ge- fürchteten Teufelskreislaufes.