Partnerschaft u. Ehe – Die Online-Beziehungsberatung
Liebe Besucherinnen (die Seite ist an die Frauen gerichtet – Männer trotzdem willkommen!),
Wenn Sie eine Langzeitbeziehung führen und mit Ihrer Ehe oder Partnerschaft unzufrieden
sind, weil Ihre bessere Hälfte mit den Jahren zu einem beziehungsfaulen Ehe-Mann
mutiert ist, sind Sie auf dieser Website richtig!
Auf dieser Seite soll an Hand eines Beratungsbeispieles demonstriert werden, wie es
eine Frau anstellen kann, wieder frischen Schwung in ihre Partnerschaft bzw. Ehe
zu bringen. Dabei wird das Allgemeingültige der Methode erkennbar – die als
Strategie darauf abzielt, emotionale Ungleichgewichte in Ehe und Partnerschaft auszugleichen.
Petra, eine Hausfrau Mitte 40, seit zwanzig Jahren verheiratet, ist eigentlich mit
ihrer Ehe am Ende, als sie einen Berater konsultiert, der auf Zweierbeziehungen
spezialisiert ist.
Das Ehe-Paar hat sich in Beziehungskämpfen aufgerieben und Petra ist
seit Monaten in einer so hoffnungslosen Situation, dass sie bereit ist,
den ganzen Krempel hinzuschmeißen.
Aber sie möchte nichts unversucht lassen, weil sie ihn immer noch liebt,
und so sieht sie den Gang zum Berater als letzte Chance für ihre Ehe – viel
Hoffnung verknüpft sie allerdings nicht damit.
Ihre Ehe-Situation gleicht der vieler Beziehungen: Der Ehe-Mann möchte einerseits
sein gemütliches Zuhause nicht verlieren, hat aber andererseits praktisch jede
Motivation verloren, sich für seine Partnerschaft zu engagieren. Petra ist daran
nicht ganz unschuldig, da sie sich dem Verfall ihrer Ehe mit der ihr eigenen
Entschlossenheit entgegengestemmt hat.
Der Beziehungsberater hat anfangs einige Mühe sie davon zu überzeugen, dass sie
mit ihren Verhaltensweisen ungewollt zur Verfestigung des Problems beigetragen hat.
Oft ist es sehr schwer, den Engagierten dazu zu bringen, selbstkritisch das eigene
Verhalten unter die Lupe zu nehmen – da es ja ganz offensichtlich ist, dass der
Beziehungsfaule die ganze Schuld an der Misere trägt.
Wenn in einer Ehe bzw. Partnerschaft das emotionale Klima versandet, kann einer
sich meist nicht damit abfinden und versucht verzweifelt dagegen zu steuern – und
macht alles nur noch schlimmer.
Weil der Unengagierte der Mächtigere ist, prallen alle Appelle an ihm ab und
verstärken sogar noch seine Haltung.
Wie man Partnerschaft und Ehe umkrempelt
Der Beziehungsberater klärt Petra über die Machtverteilung in ihrer Beziehung
auf und über die Konsequenzen, die sich zwangsweise daraus ergeben.
Nun ist sie bereit eine Strategie anzuwenden – allerdings mit ungewissem
Ausgang – weil man nie genau vorhersagen kann, wohin sich eine Partnerschaft
entwickelt, deren Fundament verändert wird.
Um den psychologischen Hebel ansetzen zu können, muss der emotionalere
Partner von seinen Gefühlen herunter.
Dazu ist ein Kunstgriff nötig: Petra muss so tun als ob.
Der Schwachpunkt dabei ist, dass sie ein zielorientiertes Verhalten anwenden
muss – eine Taktik bzw. eine Strategie – bei der der Kopf die Vorgabe macht
und nicht das Herz.
Es liegt auf der Hand, dass diese Interventionen eine große Selbstkontrolle abverlangen.
Petra muss es fertig bringen Gefühle und Absichten vor ihrem Ehe-Mann zu
verbergen – um so eine neutrale Atmosphäre zu schaffen – die ihn vielleicht
aus der Reserve locken könnte.
In jeder Ehe oder Partnerschaft hat es ein sehr engagierter und anhänglicher
Partner früher oder später geschafft – durch sein Wollen und Bemühen um die
Beziehung, die Gefühle des anderen zu ruinieren.
Diese sind oftmals völlig überrascht, welche Emotionen an die Oberfläche kommen
können, wenn der nervige Partner aufhört Druck auszuüben.
Der Berater appelliert deshalb an Petra, ihre schauspielerischen Qualitäten
zum Einsatz zu bringen. Dieses Potenzial möchte er nutzen, um die
Machtverhältnisse in ihrer Ehe auszutarieren.
Kleine Geheimnisse tun jeder Partnerschaft gut
Diese Vorgehensweise wird denjenigen Bauchgrimmen verursachen, die den Anspruch erheben,
in einer Partnerschaft immer offen und ehrlich zueinander zu sein und
keine Spielchen zu spielen.
Aber – eine Liebe lebt von kleinen Geheimnissen, Unwägbarkeiten und
Unsicherheiten. Diese sind wie das Salz in der Suppe. Vollkommene
Ehrlichkeit und Offenheit in jeder Beziehungslage, ist zwar gut für das
partnerschaftliche Miteinander – aber weniger gut für die Liebe selber. Die Liebe
bezieht einen Teil ihrer Energien auch aus Zweideutigkeiten und Unsicherheiten. Es
ist klar, dass in der Langzeitbeziehung Ehe diese Energiequellen eher nicht
zur Verfügung stehen.
So übt sich nun Petra in der Fähigkeit, ihren Mann vor Augen zu führen, dass sie
es endgültig aufgegeben hat, ihre Ehe-Situation verbessern zu wollen. Er soll
erkennen, dass sie dabei ist, sich ein eigenständiges Leben
aufzubauen – ohne ihn.
Ihr Berater weist sie darauf hin, dass kurzfristig nicht mit Ergebnissen zu rechnen
ist, da der Gegenspieler erst einmal eine gewisse Zeit benötigt, um die
Veränderung zu realisieren.
Das Strategiekonzept geht davon aus, dass emotionale Veränderungen erst dann auftreten, wenn jeglicher Druck aus der Beziehung verschwunden ist.
Flehentliches Anklammerungsverhalten und Wutausbrüche haben dazu geführt, dass
der Ehe-Mann eine unüberwindliche Schutzmauer um sich aufgebaut hat, die Petra in
verzweifelten Versuchen immer wieder niederreißen wollte.
Jeder neue Versuch ihrerseits, hat die Mauer ein kleines Stücken dicker werden
lassen. Jetzt soll er allmählich erkennen, dass er keine Mauern mehr benötigt. Aber
natürlich ist er misstrauisch – und traut dem Frieden nicht.
Und Petra darf sich keine Rückfälle erlauben – sonst startet sie wieder am Nullpunkt.
Der Beziehungsberater weiß, wie schwierig es in solchen Situationen ist, sich keine
Ausraster zu erlauben und gibt Petra deshalb seine private Nummer – um in einer
Akutsituation mäßigend auf sie einwirken zu können.
In den wöchentlichen Sitzungen gibt sich Petra pessimistisch: Der wirkt
jetzt richtig froh und zufrieden – weil ich das Nörgeln aufgegeben habe. Bestimmt
wird er glauben, dass er mich jetzt endlich klein gekriegt hat. Diese Sätze sagt
sie einmal niedergeschlagen am Ende einer Stunde.
Petra wird nun ermuntert, eine gewisse Eigenständigkeit und Unabhängigkeit
zu demonstrieren.
So schließt sie sich jetzt einmal in der Woche einen Frauenstammtisch an
und ist zudem noch in einen Sportverein eingetreten – was sie eigentlich
schon immer machen wollte.
Diese neue Lebenssituation ändert zwar an ihrer Ehe im Moment nichts, vermittelt
ihr aber dennoch eine neue Lebensqualität. Besonders der Frauenstammtisch
gibt ihr sehr, sehr viel – mit zweien der Damen versteht sie sich ganz
ausgezeichnet. Die eine ist in einer ähnlichen Situation wie sie.
Er verliebt sich langsam
Die positive Änderung ihrer Lebensweise macht sich allmählich in ihrem
Wesen bemerkbar: Sie wirkt gelassener, zufriedener und ausgeglichener
und ihr Humor ist zurückgekehrt. Mit ihrer neuen Frisur wirkt sie zudem
pfiffig und unternehmungslustig.
Diese Veränderung bleibt dem Ehe-Mann natürlich nicht verborgen – und er
fängt an, darauf zu reagieren.
Petra bemerkt erfreut, dass er hin und wieder wie zufällig ihre Nähe
sucht, um etwas mit ihr zu plaudern.
Früher hat er sich abends immer nach dem Essen sofort vor den PC verzogen
und war kaum ansprechbar.
Neulich hat sie den Eindruck gehabt, dass er sogar extra wegen ihr aufgeblieben
ist, als sie spät vom Frauenstammtisch heimgekommen ist – um noch etwas Zeit
mit ihr zu verbringen.
Und was das tollste ist: Hin und wieder ruft er sie sogar auf der Arbeit an,
etwas, das er schon seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht hat.
Ihre Stammtischfreundin sagt, dass er wahrscheinlich glaubt, dass sie sich einen
Liebhaber zugelegt hat und dass ihm davor angst geworden ist.
Der Berater schärft ihr immer wieder ein, ihrem Ehe-Mann gegenüber mit Zuneigungsbekundungen
zurückhaltend zu sein, um die sich anbahnende Annäherung möglichst langsam vorangehen
zu lassen.
In so einem Fall darf man es der anderen Seite nicht zu leicht machen, da sich sonst die neu gesprossenen Gefühle nicht vertiefen können.
Es ist ja im Grunde eine paradoxe Situation: Da ist ein Ehe-Mann, dessen
Gefühle zu seiner Frau längst am Nullpunkt dümpeln und der an seiner
Ehe-Situation aus reiner Bequemlichkeit festhält. Wahrscheinlich hätte
er schlichtweg Angst sich zu trennen, um nach etwas Neuem zu suchen. Nach
zwanzig Ehejahren ist er darin außer Übung und ein Alleinleben ist er auch
nicht gewöhnt.
Viele verharren daher lieber in ihrer Partnerschaft; bringen aber nicht die
Motivation auf, ihre Ehe qualitativ zu verbessern.
Petras Ehe-Mann war sich ihrer Zuneigung all die Jahre zu hundert Prozent
sicher und ausschließlich damit beschäftigt seine Mauern auszubauen, um sich
vor ihren fordernden und zänkischen Attacken in Sicherheit zu bringen.
Die typische Situation einer festgefahrenen Langzeitbeziehung: Einer spielt den
Angreifer, der andere den Verteidiger.
Manchmal muss man was riskieren
Wenn Männer beziehungsfaul werden, aber sexuell noch an ihrer Frau interessiert sind, gibt
es einen Hebel, um wieder frischen Schwung in eine Langzeitbeziehung zu bringen und eine
schiefe Machtbalance auszutarieren.
Wenn früher in ihrer Streit- und Stresszeit einmal kurzfristig Entspannung angesagt
war, gab es immer Sex, den Petra nie verweigerte, weil sie hoffte, ihn dadurch wieder
mehr an sich binden zu können.
Ihr Beziehungsberater schärft ihr aber ausdrücklich ein, jegliche sexuelle Aktivität
im Moment auszusetzen, um Sex sozusagen für ihn als wertvolle Ressource darzustellen – die
nicht so billig zu haben ist.
Diese Kröte ist für Petra schwer zu schlucken, weil sie glaubt, ihren Mann keine
Ablehnung zumuten zu können – wenn er sich ihr wieder mehr annähern würde.
Außerdem weiß ich ja gar nicht, wie ich die Ablehnung begründen soll, ohne
ihn zu beleidigen ist ihr Einwand.
Es ist ganz offensichtlich, dass Petra richtig Angst hat, sie könnte den Bogen überspannen
und dadurch alles kaputt machen.
Ganz ausschließen kann man so etwas natürlich nie – es ist trotzdem unabdinglich, bis
an die Grenzen zu gehen und noch ein Stückchen darüber hinaus. Das große Machtgefälle
zu beseitigen, das zwischen den beiden besteht, ist das oberste Gebot.
Also abwarten und sich Zeit lassen; keine großen Gefühle zeigen; sein eigenes Ding
durchziehen; sich nicht so sehr um den anderen kümmern.
Der Sex hat zu warten
Wenn Petra die Nerven und die Geduld aufbringt, ihren Gatten auf das Eine noch etwas warten zu lassen, dabei aber freundlich und zugewandt bleibt und ihre Freiheiten weiter für sich in Anspruch nimmt, wird sie ihn einigermaßen in Verwirrung stürzen. Er wird es mit der Angst zu tun bekommen, weil er die Situation nicht einzuschätzen vermag. Ihre Freundlichkeit wird er zwar als positives Signal werten, die vielen Außer-Haus-Aktivitäten aber als negatives. Er wird sich fragen, wie sie zu ihm steht – aber aus ihrem Verhalten wird er nicht schlau werden. Er wird über sie nachgrübeln und an sie denken – und dann feststellen, dass er sie doch liebt.
Manche werden vielleicht diese Verhaltensstrategien ablehnen, weil sie Ihnen zu
unehrlich, zu unauthentisch, zu geplant und zu aufgesetzt erscheinen. Das mag
stimmen! Aber ich kenne keine andere Methode die annähernd so Erfolg versprechend ist.
Völlige Offenheit ist ein Fehler
Alle Partnerschaften vertragen im Allgemeinen nur ein gewisses Maß an
Offenheit und Authentizität.
Einhundertprozentige Offenheit – in jeder Beziehungssituation – ist psychologischer
Selbstmord, weil jede Partnerschaft damit überfordert ist.
Daher ist auch ein soziales Umfeld so wichtig, das seelische Nöte auffangen
kann – um sie aus der Partnerschaft heraushalten zu können.
In diesem Zusammenhang wurde der Begriff der selektiven Authentizität
geprägt, der besagt, dass man nicht alles gegenüber dem Partner zum
Ausdruck bringt, was einem bewegt – aber das, was man von sich preis
gibt, ehrlich und authentisch sein sollte.
Dies wird manchen verwundern – sind viele doch einhellig der Überzeugung,
mit ihrem Partner über alles reden können zu müssen – was sie bewegt. Sollte
dies nicht jeder Zeit uneingeschränkt möglich sein – so die Meinung vieler – kann
ja gleich ganz auf eine Beziehung verzichtet werden. Dies ist aber eine falsche
Einstellung.
Beziehungen brauchen ein gesundes Verhältnis von Nähe und Distanz bzw. von
Offenheit dem Partner gegenüber und eigener Privatsphäre.
Die Enterotisierung der Ehe-Partner in einer Langzeitbeziehung beruht
nicht zuletzt auf dem hohen Grad an Bekanntheit und Vertrautheit – die
in manchen Ehen ein nahezu inzestuöses Gepräge angenommen haben.
Einerseits lebt die Liebe von Vertrauen und Sicherheit, andererseits aber auch von Neugier, Überraschung und Ungewissheit.
Wenn Petras Berater nun für sie eine Strategie entwirft, verordnet er sozusagen ein Gegenprogramm zur übernormalen Offenheit, die sie in ihrer Partnerschaft schon immer praktiziert hat – ohne jeden Erfolg.
Der strategische Kunstgriff ist ein längst nötiges Korrektiv, das schon
seit Jahren hätte zum Einsatz kommen müssen.
Außerdem – die kleinen Geheimnisse und Zweideutigkeiten, die ins Spiel
kommen, bringen dem Ehe-Mann ja keinen Schaden. Im Gegenteil, ihm wird
geholfen sich wieder in seine Frau zu verlieben – das rechtfertigt
jeden Einsatz.
Diese Strategien helfen Langzeitbeziehungen natürlich nicht immer
aus ihrer Lethargie heraus.
Was sie aber immer tun: Sie arbeiten den Partnerwert des
Unterlegenen in der Partnerschaft heraus.
Denn, in polarisierten Beziehungen – für die ein Ineinander-Verkeiltsein
des Paares typisch ist – hat der Dominante oft eine falsche Vorstellung
vom Partnerwert seines nervigen Lebensgefährten.
Die wahren Gefühle zeigen sich
Erst eine geschickte Verhaltensstrategie, die negativen Druck erzeugt,
macht es möglich, dass der Überlegene den Wert seines Partners
erkennt und wieder Gefühle für ihn entwickelt.
Wenn eine Beziehung nur noch aus Gewohnheit besteht und keine größere
emotionale Bedeutung mehr für den Dominanten hat, wird er sich freuen,
wenn der andere Aktivitäten nach außerhalb verlagert, weil so der Druck
auf ihn nachlässt. Viel mehr als eine Kameradschaft hat diese Beziehung
dann nicht mehr zu bieten. Aber beide wissen jetzt wenigstens woran sie
miteinander sind.
Für den der noch Gefühle hatte und Hoffnungen hegte, natürlich eine herbe
Enttäuschung – aber auch die Chance, endlich einen Neuanfang zu wagen.
Manchmal führt die Anwendung so einer Strategie zu paradoxen Reaktionen, die
man für vollkommen unmöglich gehalten hätte: Die Partner tauschen ihre
Rollen.
War es früher der eine, der dem anderen so verzweifelt hinterher gerannt
ist – jetzt ist es der andere, der sich so verhält.
Das Nachlassen Nähe und Zweisamkeit erzwingen zu wollen, gibt dem Unterlegenen
sofort ein Stück Autonomie zurück – sein Partner dagegen verliert etwas von
seiner Kontrolle.
Dem treibt plötzlich die Aussicht – irgendwann vielleicht alleine
dazustehen – den Angstschweiß auf die Stirn und die Beziehung ist ernstlich
in Gefahr, sich sofort in die andere Richtung zu polarisieren.
Man möchte sich manchmal die Augen reiben vor Verwunderung, wenn der, der
sich schon das Leben nehmen wollte, nun plötzlich Überlegungen anstellt, ob
er den anderen überhaupt noch zurück nehmen sollte.
Beim Rollenwechsel der Partner kann man am besten erkennen, wie Liebe und
Macht einander wechselseitig beeinflussen.
Eine gemeinsame Ehe-Beratung ist für ein Paar nicht immer von Vorteil. Sind unausgeglichene Machtstrukturen zu bearbeiten – hat es sich in der Praxis bewährt – mit dem Unterlegenen Strategien zu besprechen, die es ihm ermöglichen, aus dem Beziehungskeller herauszukommen. Es ist logisch, dass es keinen Vorteil bringt, wenn der Dominante dabei sitzt und zuhört.